Regenwasser vom Dach zur Gartenbewässerung sammeln

Regenwasser vom Dach zur Gartenbewässerung sammeln

Regenwasser zu sammeln ist eine einfache und nachhaltige Möglichkeit, Trinkwasser zu sparen und gleichzeitig den Garten auf natürliche Weise zu pflegen. In der Schweiz fällt je nach Region unterschiedlich viel Niederschlag – von den regenreichen Alpen bis zu den trockeneren Gebieten im Wallis. Mit einem geeigneten System kannst du diese kostenlose Ressource optimal nutzen, um Blumen, Rasen oder Gemüsebeete zu bewässern. Hier erfährst du, wie du Schritt für Schritt vorgehst – von der Planung bis zur Pflege.
Warum Regenwasser sammeln?
Es gibt viele gute Gründe, Regenwasser zu nutzen:
- Umweltfreundlich: Du reduzierst den Verbrauch von aufbereitetem Trinkwasser, das mit Energie und Chemikalien gereinigt werden muss.
- Kostensparend: Besonders in trockenen Sommern, wenn der Wasserverbrauch steigt, kannst du deine Wasserrechnung deutlich senken.
- Besser für Pflanzen: Regenwasser ist weich, enthält kaum Kalk und kein Chlor – ideal für empfindliche Pflanzen.
- Entlastung der Kanalisation: Bei Starkregen wird das Abwassersystem weniger belastet, da ein Teil des Wassers aufgefangen wird.
Gerade in Zeiten zunehmender Trockenperioden ist Regenwassernutzung ein wichtiger Beitrag zu einem bewussten Umgang mit Wasser.
So funktioniert ein Regenwassersystem
Ein einfaches System besteht aus drei Hauptkomponenten:
- Dachfläche, auf der das Regenwasser gesammelt wird.
- Fallrohr, das das Wasser in die Sammelvorrichtung leitet.
- Speicherbehälter, in dem das Wasser aufbewahrt wird.
Das Wasser läuft vom Dach über die Dachrinne in ein Fallrohr, wo ein Filter grobe Verschmutzungen wie Blätter oder Moos zurückhält. Anschliessend gelangt es in den Tank oder die Regentonne. Von dort kannst du es über einen Hahn oder eine Pumpe entnehmen.
Die richtige Regenwassertonne wählen
Je nach Platz und Bedarf gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Für kleine Gärten: Eine Tonne mit 200–300 Litern reicht meist aus.
- Für grössere Flächen: Eine grössere Tonne oder ein unterirdischer Tank mit 500–1000 Litern ist sinnvoll.
- Für ganzjährige Nutzung: Ein unterirdischer Tank mit Filter und Pumpe ermöglicht auch die Nutzung für Autowäsche oder Toilettenspülung – hier empfiehlt sich eine fachgerechte Installation.
Achte darauf, dass der Behälter geschlossen ist, um Mücken und Algenbildung zu vermeiden. In Regionen mit Frost sollte der Tank entweder frostsicher sein oder im Winter entleert werden.
Installation – Schritt für Schritt
Ein einfaches System kannst du selbst installieren:
- Standort wählen: Stelle die Tonne auf einen stabilen, ebenen Untergrund in der Nähe eines Fallrohrs.
- Filter montieren: Ein Regensammler am Fallrohr leitet das Wasser in die Tonne und hält Schmutz zurück.
- Verbindung herstellen: Mit einem Schlauch oder einer Kupplung wird der Filter mit der Tonne verbunden.
- Hahn anbringen: So kannst du bequem Wasser für Giesskanne oder Schlauch entnehmen.
- Überlauf einrichten: Wenn die Tonne voll ist, sollte überschüssiges Wasser wieder ins Fallrohr oder in ein Versickerungsbeet abgeleitet werden.
Für grössere oder komplexere Anlagen lohnt sich die Beratung durch einen Sanitär- oder Gartenfachbetrieb, um die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.
Pflege und Hygiene
Ein Regenwassersystem ist pflegeleicht, benötigt aber etwas Aufmerksamkeit:
- Reinige Dachrinnen und Filter ein- bis zweimal jährlich.
- Entleere und spüle die Tonne vor dem Winter, falls sie nicht frostsicher ist.
- Verwende das Wasser ausschliesslich für Garten und Reinigung, nicht als Trinkwasser.
- Dunkle Behälter verhindern Algenwachstum und halten das Wasser länger frisch.
Mit regelmässiger Pflege bleibt dein System viele Jahre funktionsfähig.
Teil einer nachhaltigen Lebensweise
Regenwasser zu sammeln ist ein kleiner Schritt mit grosser Wirkung. Du schonst Ressourcen, unterstützt die Umwelt und machst deinen Garten unabhängiger von der öffentlichen Wasserversorgung. Kombiniere die Regenwassernutzung mit weiteren ökologischen Massnahmen wie Kompostierung, Mulchen oder der Pflanzung von trockenheitsresistenten Arten.
So wird dein Garten nicht nur grün, sondern auch ein Vorbild für nachhaltiges Handeln im Alltag.













