Zu tiefe Temperatur? So wirkt sie auf den Körper

Zu tiefe Temperatur? So wirkt sie auf den Körper

Wenn die Temperaturen sinken, spürt der Körper das sofort: Wir beginnen zu zittern, die Haut wird kalt, und Finger sowie Zehen fühlen sich steif an. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn er Kälte ausgesetzt ist – und wo liegt die Grenze zwischen normaler Abkühlung und einer gefährlichen Unterkühlung? Hier erfahren Sie, wie tiefe Temperaturen auf den Körper wirken und wie Sie sich in der Schweiz am besten vor Kälte schützen.
Die natürliche Reaktion des Körpers auf Kälte
Der menschliche Körper versucht ständig, eine Kerntemperatur von rund 37 Grad Celsius zu halten. Wird es draussen kalt, verengen sich die Blutgefässe in Haut und Extremitäten, um Wärme zu bewahren. Dadurch werden Hände, Füsse, Nase und Ohren schnell kalt – die inneren Organe bleiben jedoch besser geschützt.
Gleichzeitig beginnen die Muskeln zu zittern. Dieses Zittern sind schnelle, unwillkürliche Muskelkontraktionen, die Wärme erzeugen und helfen, die Körpertemperatur zu stabilisieren. Es ist die erste Abwehrreaktion gegen Kälte, kostet aber viel Energie und kann nicht unbegrenzt aufrechterhalten werden.
Wenn der Körper zu stark auskühlt
Bleibt der Körper längere Zeit der Kälte ausgesetzt und verliert mehr Wärme, als er produziert, sinkt die Körpertemperatur. Bereits bei etwa 35 Grad spricht man von leichter Hypothermie. Typische Anzeichen sind:
- Zittern und Frösteln
- Taubheitsgefühl in Fingern und Zehen
- Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
- Verlangsamte Bewegungen und undeutliche Sprache
Bei mittlerer Hypothermie (32–35 Grad) hört das Zittern oft auf, weil die Muskeln nicht mehr reagieren können. Betroffene wirken verwirrt, schläfrig und haben Schwierigkeiten, sich zu koordinieren. Sinkt die Temperatur weiter, kann es lebensbedrohlich werden, da Herz und Gehirn nicht mehr richtig funktionieren.
Kälte und Kreislauf
Wenn sich die Blutgefässe zusammenziehen, steigt der Blutdruck kurzfristig an. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das ein Risiko darstellen, da die Belastung für das Herz zunimmt. Auch die Durchblutung der Haut und der Extremitäten wird reduziert, was das Risiko für Erfrierungen erhöht.
Kälte kann zudem die Sauerstoffversorgung im Blut beeinträchtigen. Das führt zu schnellerer Ermüdung und geringerer Leistungsfähigkeit – selbst bei moderater Abkühlung.
Erfrierungen – wenn Gewebe gefriert
Bei sehr tiefen Temperaturen kann die Haut und das darunterliegende Gewebe gefrieren. Besonders gefährdet sind Finger, Zehen, Nase und Wangen. Erste Anzeichen sind Kribbeln oder Brennen, gefolgt von Taubheit. Die Haut wird blass oder weisslich, und in schweren Fällen können Blasen oder Gewebeschäden entstehen.
Bei Verdacht auf Erfrierungen sollte die betroffene Stelle langsam erwärmt werden – am besten mit Körperwärme, nicht mit heissem Wasser oder direkter Hitze, da dies das Gewebe zusätzlich schädigen kann.
Kälte in Innenräumen
Auch in der Wohnung kann eine zu tiefe Temperatur den Körper belasten. Liegt die Raumtemperatur dauerhaft unter etwa 18 Grad, kann das zu Muskelverspannungen, Unwohlsein und in manchen Fällen zu einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfekte führen. Besonders ältere Menschen und kleine Kinder sind empfindlich, da ihre Temperaturregulation weniger effektiv ist.
Eine angenehme und gleichmässige Raumtemperatur ist daher wichtig – nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für die Gesundheit. In der Schweiz, wo die Winter oft lang und kalt sind, lohnt sich eine gute Isolation und regelmässiges Lüften, um sowohl Wärme als auch Luftqualität zu erhalten.
So schützen Sie sich vor Kälte
Mit einigen einfachen Massnahmen können Sie Ihren Körper effektiv vor Kälte schützen:
- Kleiden Sie sich im Zwiebellook – mehrere dünne Schichten isolieren besser als eine dicke.
- Halten Sie Kopf, Hände und Füsse warm – hier geht besonders viel Wärme verloren.
- Essen und trinken Sie regelmässig – der Körper braucht Energie, um Wärme zu erzeugen.
- Bewegen Sie sich – körperliche Aktivität fördert die Durchblutung und Wärmeproduktion.
- Vermeiden Sie Nässe – feuchte Kleidung oder Schweiss kühlen den Körper rasch aus.
In Innenräumen helfen warme Decken, gut isolierte Fenster und eine gleichmässige Heizverteilung, um die Temperatur angenehm zu halten.
Wenn Kälte gefährlich wird
Kurzzeitige Kälte ist für die meisten Menschen unproblematisch. Doch längere oder extreme Kälteeinwirkung kann ernsthafte Folgen haben. Wenn jemand verwirrt wirkt, nicht mehr zittert oder sehr schläfrig wird, ist rasche medizinische Hilfe notwendig. Eine Hypothermie entwickelt sich schleichend, kann aber lebensbedrohlich werden, wenn sie unbehandelt bleibt.
Kälte gehört zum Schweizer Winter – ob in den Bergen, im Mittelland oder in der Stadt. Mit dem richtigen Wissen und der passenden Vorbereitung können Sie Ihren Körper schützen und die kalte Jahreszeit sicher und gesund geniessen.













